| Name | Höchster Rang / Parteifunktion | Todeszeitpunkt | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Adolf Hitler | „Führer“; Reichskanzler; Parteivorsitzender | 30. April 1945 (Suizid) | Als Diktator und NSDAP-Vorsitzender (seit 1921) steuerte Hitler alle Bereiche des „Dritten Reiches“. Unter seiner Führung entfesselten die Nationalsozialisten den Zweiten Weltkrieg und begingen den Holocaust an den europäischen Juden. Angesichts der Niederlage nahm Hitler sich im Führerbunker in Berlin das Leben. |
| Hermann Göring | Reichsmarschall; Luftwaffenchef; „2. Mann“ | 15. Okt. 1946 (Suizid) | Göring galt lange als engster Vertrauter Hitlers und war zeitweise dessen designierter Nachfolger. Als Luftwaffenoberbefehlshaber und Beauftragter für den Vierjahresplan trieb er Aufrüstung und Kriegspläne maßgeblich voran. Er initiierte ebenfalls antijüdische Repressalien (z. B. das Novemberpogrom 1938) und Ausbeutung besetzter Gebiete. 1946 wurde Göring in Nürnberg zum Tode verurteilt, beging jedoch kurz vor der Hinrichtung Selbstmord. |
| Joseph Goebbels | Reichsminister für Propaganda; Gauleiter Berlin | 1. Mai 1945 (Suizid) | Goebbels war Chef der NS-Propaganda und bedingungsloser Gefolgsmann Hitlers. Als „Propagandaminister“ inszenierte er den Führerkult, koordinierte Hetzkampagnen gegen Juden (etwa die Bücherverbrennung und den „Stürmer“) und stachelte die Durchhaltebereitschaft im Krieg an. Am Tag nach Hitler beging er mit seiner Frau im Bunker Suizid, nachdem sie ihre sechs Kinder getötet hatten. |
| Rudolf Heß | „Stellvertreter des Führers“ (bis 1941) | 17. Aug. 1987 (Suizid) | Heß war Hitlers treu ergebener Stellvertreter in der NSDAP und für Parteiorganisation und Ideologie zuständig. 1941 flog er eigenmächtig nach Großbritannien, um einen Friedensschluss anzubieten – ein Aktion, die scheiterte. Heß wurde in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt und blieb bis 1987 im Gefängnis Berlin-Spandau, wo er sich im hohen Alter das Leben nahm. |
| Martin Bormann | Leiter der Parteikanzlei; Sekretär Hitlers | 2. Mai 1945 (vermutlich gefallen) | Bormann stieg ab 1941 zum mächtigen Chef der NSDAP-Parteikanzlei auf und kontrollierte in Hitlers Auftrag die Partei und Staatsbürokratie aus dem Hintergrund. Er galt als fanatischer Vollstrecker von Hitlers Linie und organisierte unter anderem die Enteignung und Ermordung der osteuropäischen Juden mit. Bormann verschwand beim Zusammenbruch Berlins 1945; später gefundene Skelette belegen höchstwahrscheinlich seinen Tod beim Fluchtversuch. |
| Hans Frank | Generalgouverneur Polen; Reichsminister ohne Geschäftsbereich | 16. Okt. 1946 (hingerichtet) | Frank war Hitlers ehemaliger Rechtsanwalt und ab 1939 als „Generalgouverneur“ Diktator über das besetzte Polen. Unter seiner Verwaltung wurden Ghettos errichtet und hunderttausende Polen und Juden durch Terror, Hunger und Massenmord getötet. In Nürnberg wurde Frank wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt und 1946 gehängt. |
| Alfred Rosenberg | Reichsleiter; Reichsminister für die besetzten Ostgebiete | 16. Okt. 1946 (hingerichtet) | Rosenberg war Chefideologe der NSDAP („Mythus des 20. Jahrhunderts“) und propagierte extreme antisemitische und rassistische Theorien. Ab 1941 verwaltete er als Ostminister die besetzten sowjetischen Gebiete, wo er die Germanisierung, Ausplünderung und Ermordung der dortigen Bevölkerung mit vorantrieb. Im Nürnberger Prozess wurde Rosenberg als Hauptverantwortlicher für den Vernichtungskrieg im Osten zum Tode verurteilt und 1946 gehängt. |
| Julius Streicher | Gauleiter Franken; Herausgeber „Der Stürmer“ | 16. Okt. 1946 (hingerichtet) | Streicher gehörte zu den frühesten Gefolgsleuten Hitlers und fanatischsten Antisemiten. Er publizierte das Hetzblatt Der Stürmer, das mit pornografischer und extrem judenfeindlicher Propaganda maßgeblich Hass und Gewalt schürte. Obwohl er während des Krieges kein Regierungsamt innehatte, wurde Streicher in Nürnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Aufstachelung zum Judenmord) zum Tode verurteilt und 1946 gehängt. |
| Albert Speer | Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion | 1. Sept. 1981 (natürlich) | Speer war Hitlers Leibarchitekt und ab 1942 Rüstungsminister. In dieser Funktion steigerte er die Rüstungsproduktion durch den massenhaften Einsatz von Zwangsarbeiterinnen und -arbeitern aus den KZ und besetzten Ländern. Bei den Nürnberger Prozessen zeigte er taktisch Reue und entging der Todesstrafe. Er wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, 1966 entlassen und lebte bis 1981 als Bestsellerautor. |
| Wilhelm Frick | Reichsminister des Innern | 16. Okt. 1946 (hingerichtet) | Frick war als Innenminister (1933–1943) federführend an der rücksichtslosen Gleichschaltung des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens beteiligt. Er trug die Verantwortung für die Rassegesetze (Nürnberger Gesetze 1935) und zahlreiche antijüdische Verordnungen. 1943 von Himmler verdrängt, amtierte er zuletzt als „Protektor“ von Böhmen-Mähren. Im Nürnberger Prozess wurde Frick als Kriegsverbrecher zum Tod verurteilt und 1946 gehängt. |
| Joachim von Ribbentrop | Reichsaußenminister | 16. Okt. 1946 (hingerichtet) | Ribbentrop, Hitlers Außenminister 1938–45, schloss den Hitler-Stalin-Pakt 1939 ab und ebnete so den Weg in den Weltkrieg. Er vertrat die aggressive Expansionspolitik des Regimes und drängte die Verbündeten (Italien, Ungarn, Rumänien usw.), ihre jüdischen Bürger in deutsche Vernichtungslager deportieren zu lassen. Im Nürnberger Urteil wurde Ribbentrop als Hauptkriegsverbrecher gehängt – er war der erste Vollstreckte. |
| Baldur von Schirach | Reichsjugendführer; Gauleiter Wien | 8. Okt. 1974 (Herzversagen) | Schirach führte von 1933 bis 1940 die Hitlerjugend und erzog Millionen deutscher Kinder im NS-Geist. Anschließend amtierte er als Gauleiter von Wien, wo er die Deportation der Wiener Juden in die Vernichtungslager organisierte. 1946 verurteilte das Nürnberger Tribunal Schirach wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft. Nach seiner Freilassung 1966 lebte er zurückgezogen und starb 1974. |
| Artur Axmann | Reichsjugendführer (nach Schirach) | 24. Okt. 1996 (Alter) | Axmann übernahm 1940 die Führung der Hitlerjugend und baute sie immer stärker zu einer paramilitärischen Nachwuchsorganisation aus. Unter seiner Leitung wurden zehntausende Jugendliche für Wehrmacht und Waffen-SS rekrutiert. 1945 stellte Axmann sogar HJ-Kindereinheiten für den Volkssturm auf, die beim Endkampf um Berlin eingesetzt wurden. Er tauchte anschließend unter, wurde 1949 zu kurzer Haft verurteilt und lebte nach Entlassung bis 1996 unbehelligt. |
| Robert Ley | Reichsorganisationsleiter der NSDAP; Leiter der DAF | 25. Okt. 1945 (Suizid) | Ley führte seit 1933 die gleichgeschaltete Deutsche Arbeitsfront (DAF) an, in der alle Gewerkschaften und Arbeitnehmer zwangsvereint waren. Zugleich war er als NSDAP-„Organisationsleiter“ für Parteikader und Propagandaaktionen (z. B. Kraft-durch-Freude) verantwortlich. Er galt als extremer Antisemit und Demagoge. 1945 sollte Ley in Nürnberg angeklagt werden, entzog sich aber der Verantwortung durch Suizid in der Zelle. |
| Erich Koch | Gauleiter Ostpreußen; Reichskommissar Ukraine | 12. Nov. 1986 (Haft) | Koch war bis 1945 Gauleiter im annektierten Ostpreußen und von 1941–44 Reichskommissar der besetzten Ukraine. Dort errichtete er ein Terrorregime: Er ließ Juden, Ukrainer und Polen systematisch ermorden oder verhungern (rund 4 Millionen Opfer) und verschleppte 2,5 Millionen Zwangsarbeiter nach Deutschland. Nach Kriegsende wurde Koch in Polen zu Tode verurteilt, aber wegen Krankheit nicht hingerichtet. Er verbrachte über 40 Jahre im Gefängnis und starb 1986 in Haft. |
| Fritz Sauckel | Gauleiter Thüringen; Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz | 16. Okt. 1946 (hingerichtet) | Sauckel organisierte ab 1942 als „Arbeits-Plenipotentiär“ den massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern für die deutsche Kriegswirtschaft. Unter seinem Regime wurden Millionen Menschen aus ganz Europa zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Als Gauleiter von Thüringen (seit 1927) gehörte er außerdem zur alten NS-Elite. In Nürnberg verurteilte man Sauckel wegen Versklavung fremder Völker zum Tode – er wurde 1946 gehängt. |
| Arthur Greiser | Gauleiter Wartheland (Posen); Reichsstatthalter | 21. Juli 1946 (hingerichtet) | Greiser regierte den besetzten Reichsgau Wartheland (Posen) als „Reichsstatthalter“ mit absoluter Gewalt. Er war Initiator erster Ghettoisierungen und der Errichtung des ersten Vernichtungslagers Kulmhof (Chełmno), wo ab 1941 die Juden aus seinem Gau mit Gaswagen ermordet wurden. Greiser verantwortete Massenmorde und die Vertreibung Hunderttausender Polen. Ein polnisches Gericht verurteilte ihn zum Tode – 1946 wurde er in Posen hingerichtet. |
| Karl Hanke | Gauleiter Niederschlesien (Breslau); letzter RFSS | 8. Juni 1945 (getötet) | Hanke war Gauleiter der „Festung Breslau“ und ließ die Stadt bis Mai 1945 fanatisch gegen die Rote Armee verteidigen. Im April 1945 ernannte Hitler ihn noch zum letzten Reichsführer-SS, doch Hanke konnte dieses Amt praktisch nicht mehr ausüben. Auf der Flucht aus der Tschechoslowakei wurde er im Juni 1945 von tschechischen Partisanen gefangen genommen und vermutlich bei einem Fluchtversuch erschossen. |
| Hans Lammers | Chef der Reichskanzlei | 4. Jan. 1962 (Alter) | Lammers koordinierte als Chef der Reichskanzlei (seit 1933) die gesamte Gesetzgebung und Regierungarbeit für Hitler. Der machtbewusste Jurist war eine Schlüsselfigur hinter den Kulissen und sorgte dafür, dass Hitlers mündliche Befehle umgehend in Verwaltungshandeln umgesetzt wurden. 1948 wurde Lammers im Wilhelmstraßen-Prozess zu 20 Jahren Haft verurteilt (begnadigt 1951). Er starb 1962 als Pensionär. |
| Franz Xaver Schwarz | Reichsschatzmeister der NSDAP | 2. Dez. 1947 (Haft) | Schwarz war seit den frühen 1920ern NSDAP-Mitglied und ab 1925 als Reichsschatzmeister Hüter der Finanzen der Partei. Er organisierte die Finanzierung von Wahlkämpfen und den Aufbau des NSDAP-Vermögens. 1947 starb Schwarz, der im Dritten Reich im Rang eines Reichsleiters firmierte, in amerikanischer Internierungshaft – ohne gerichtliche Hauptanklage, da seine Rolle eher administrativ war. |
| Philipp Bouhler | Reichsleiter; Chef der „Kanzlei des Führers“ | 19. Mai 1945 (Suizid) | Bouhler war als Leiter der Privatkanzlei Hitlers (KdF) und Reichsleiter der NSDAP ein enger Gefolgsmann des Diktators. Unter seiner Aufsicht lief die geheime „Aktion T4“, bei der ab 1939 mehr als 70.000 geistig behinderte und psychisch kranke Menschen in Deutschland ermordet wurden. Kurz nach Kriegsende beging Bouhler im Mai 1945 in alliierter Gefangenschaft Selbstmord, um einer Aburteilung zu entgehen. |
| Walther Darré | Reichsbauernführer; Agrarminister | 5. Sept. 1953 (Haftfolge) | Darré prägte als Chefideologe der „Blut-und-Boden“-Lehre die agrarische Rassenpolitik des NS-Regimes. Ab 1933 war er Reichsbauernführer und Landwirtschaftsminister; er propagierte die Aufwertung des „erbgesunden“ germanischen Bauerntums und die Enteignung „rassisch Fremder“ (besonders in Polen). 1942 entmachtet, wurde Darré 1949 als Kriegsverbrecher (u. a. wegen Hungerpolitik) zu 5 Jahren Haft verurteilt. Er starb 1953 kurz nach seiner Entlassung. |
| Gertrud Scholtz-Klink | Reichsfrauenführerin; Leiterin NS-Frauenschaft | 24. März 1999 (Alter) | Scholtz-Klink war die oberste Frauenfunktionärin des NS-Staates. Sie propagierte das Leitbild der arischen Frau als hingebungsvolle Mutter und Hausfrau und leitete die NS-Frauenschaft (Frauenbund der Partei). Während weibliche Emanzipation abgelehnt wurde, organisierte sie zugleich den Kriegseinsatz von Frauen (z. B. als Helferinnen). Nach 1945 tauchte sie unter, verbüßte kurze Haft und lebte bis 1999 unbehelligt in Westdeutschland. |
| Roland Freisler | Präsident des „Volksgerichtshofs“ | 3. Feb. 1945 (Luftangriff) | Freisler stand dem berüchtigten Volksgerichtshof seit 1942 vor und inszenierte zahllose Schauprozesse gegen tatsächliche oder vermeintliche Regimegegner. In seiner Person verbanden sich Justiz und Terror: Er demütigte Angeklagte – u. a. die 20.-Juli-Verschwörer und Mitglieder der Weißen Rose – und verhängte wie am Fließband Todesurteile. Freisler kam am 3. Februar 1945 in Berlin ums Leben, als während eines US-Luftangriffs eine Trümmermauer auf ihn stürzte. |
| Arthur Seyss-Inquart | Reichskommissar Niederlande; früher Kanzler Österreich | 16. Okt. 1946 (hingerichtet) | Seyss-Inquart ebnete 1938 als österreichischer Kanzler den Weg zum „Anschluss“ und bekleidete danach hohe Posten im NS-Staat. Er war Stellvertreter Franks im besetzten Polen und ab 1940 Hitlers Statthalter in den Niederlanden. Dort trug er Mitverantwortung an der Deportation der niederländischen Juden und an Geiselerschießungen. Im Nürnberger Hauptprozess wurde Seyss-Inquart zum Tod verurteilt und 1946 gehängt. |
| Hinrich Lohse | Reichskommissar Ostland; Gauleiter Schleswig-Holstein | 25. Feb. 1964 (Alter) | Lohse verwaltete ab 1941 als Reichskommissar das sogenannte Ostland (Baltikum und Weißrussland). Er war für die Ghettoisierung und Ermordung der dortigen jüdischen Bevölkerung (u. a. Riga, Kauen) mitverantwortlich, geriet aber teils in Konflikt mit der SS wegen Verwaltungsfragen. Nach 1945 wurde Lohse in Westdeutschland wegen Beihilfe zum Massenmord angeklagt, jedoch aus Gesundheitsgründen nicht mehr verurteilt. Er starb 1964 ein freier Mann. |
| Albert Forster | Gauleiter Danzig-Westpreußen | 28. Feb. 1952 (hingerichtet) | Forster führte als Gauleiter im besetzten Westpreußen eine radikale Germanisierungs- und Vernichtungspolitik durch. Er erklärte, die polnische Intelligenz „auszurotten“, und war mitverantwortlich für Massenerschießungen (z. B. Massenmord von Piasnitz 1939) sowie die Deportation der dortigen Juden ins Ghetto und nach Chełmno. 1948 wurde Forster in Polen zum Tod verurteilt und 1952 hingerichtet. |
| Josef Terboven | Reichskommissar Norwegen; Gauleiter Essen | 8. Mai 1945 (Suizid) | Terboven war von 1940 bis 1945 Hitlers Statthalter im besetzten Norwegen. Er unterdrückte brutal den norwegischen Widerstand und ließ zahlreiche Geiseln erschießen. Kurz nach der deutschen Kapitulation beging Terboven in einem Bunker bei Oslo Selbstmord, indem er sich mit 50 kg Dynamit in die Luft sprengte. |
Die Liste wird fortlaufend ergänzt.