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Startseite > Geschichte Deutschlands > Deutschland im Nationalsozialismus (Drittes Reich) > NSDAP – Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
Geschrieben von: Redaktion Zukunft braucht Erinnerung | Erstellt: 5. Oktober 2004

NSDAP – Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

NSDAP: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Politische Partei unter Adolf Hitler ab 1921, hervorgegangen aus der DAP (Deutschen Arbeiterpartei) 1920. Antisemitisch und prägend für die deutsche Geschichte.

Delegation der NSDAP beim vom Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund organisierten Deutschen Tag in Coburg, Oktober 1922. Bundesarchiv, Bild 119-5519 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv Bild 119-5519, Coburg, „Deutscher Tag“, NSDAP-Delegation, CC BY-SA 3.0 DE.

Die Geschichte der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei stellt eines der dunkelsten und am intensivsten erforschten Kapitel der modernen Geschichtsschreibung dar. Es ist die Chronik eines Aufstiegs, der in den Ruinen des Ersten Weltkriegs seinen Anfang nahm und in der totalen Katastrophe des Jahres 1945 endete. Wenn wir heute auf die Entwicklung der NSDAP blicken, sehen wir nicht nur eine politische Organisation, sondern ein Phänomen, das die Grundfesten der Zivilisation erschütterte. Die Partei war das Instrument, mit dem eine radikale Ideologie in die Tat umgesetzt wurde, und sie war untrennbar mit dem Schicksal ihres Anführers verbunden. In diesem Artikel untersuchen wir, wie aus einer unbedeutenden Splittergruppe eine Massenbewegung wurde, die das Schicksal der Welt veränderte. Wir beleuchten die Mechanismen der Macht, die ideologischen Grundlagen und die strukturellen Gegebenheiten, die es ermöglichten, dass die NSDAP die Kontrolle über das Schicksal des deutschen Volkes übernahm. Dabei wird deutlich, dass der Weg in die Diktatur kein unvermeidliches Schicksal war, sondern das Ergebnis gezielter Strategien und politischer Instabilität.

Die Anfänge und die Rolle der Deutschen Arbeiterpartei (DAP)

Die Wurzeln der Bewegung liegen im München der frühen Nachkriegszeit, einer Stadt, die von politischen Unruhen und wirtschaftlicher Not geprägt war. Im Januar 1919 gründete der Schlosser Anton Drexler zusammen mit Karl Harrer die Deutsche Arbeiterpartei, kurz DAP genannt. Diese kleine Gruppierung war zunächst nur eine von vielen völkischen und antisemitischen Zirkeln, die in den Hinterzimmern Münchner Wirtshäuser über die nationale Erneuerung debattierten. Es war eine Zeit, in der die junge Weimarer Republik mit massiven inneren und äußeren Widerständen zu kämpfen hatte, was den Nährboden für radikale Ideen bereitete. Die DAP blieb zunächst weitgehend unbekannt und bedeutungslos, bis ein junger Gefreiter namens Adolf Hitler im Auftrag der Reichswehr als Bildungsoffizier eine ihrer Versammlungen besuchte. Seine Rednergabe und seine Fähigkeit, die Massen zu begeistern, sollten die Geschichte der NSDAP und die Zukunft Deutschlands grundlegend verändern. Schon bald nach seinem Eintritt übernahm er die propagandistische Leitung und begann, die Ausrichtung der Partei maßgeblich zu beeinflussen. Hitler erkannte früh, dass die Bewegung eine klare Identität und ein einprägsames Programm benötigte, um über den Status eines Debattierclubs hinauszuwachsen. So wurde im Februar 1920 im Münchner Hofbräuhaus das 25-Punkte-Programm verkündet, das die ideologische Basis für die kommenden Jahrzehnte bilden sollte. In diesem Moment erfolgte auch die Umbenennung, aus der DAP wurde die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.

Hitler und der Aufstieg der NSDAP in der frühen Weimarer Republik

In den frühen 1920er Jahren gelang es der Bewegung, sich in Bayern fest zu etablieren und ihre organisatorischen Strukturen auszubauen. Ein entscheidender Schritt war, dass im Juli 1921 die Führung der Partei vollständig auf eine Person konzentriert wurde. Hitler wurde zum ersten Vorsitzenden mit diktatorischen Befugnissen gewählt, was den Bruch mit den ursprünglichen demokratischen Ansätzen innerhalb der Bewegung markierte. Unter dem Vorsitz von Adolf Hitler entwickelte sich ein striktes Führerprinzip, das fortan alle Ebenen der Organisation durchdrang. Ab 1921 begann die Partei auch mit dem Aufbau paramilitärischer Verbände, allen voran der SA, die als Saalschutz und Kampfmittel gegen politische Gegner fungierte. Die SA wurde schnell zu einem sichtbaren Zeichen der Macht auf den Straßen und trug zur Destabilisierung der ohnehin fragilen Republik bei. Auch die Medienarbeit wurde professionalisiert, indem der Völkische Beobachter zur Parteizeitung ausgebaut wurde. In dieser Phase wuchs die Mitgliederzahl stetig an, und die Münchner NSDAP wurde zu einem Faktor in der bayerischen Landespolitik. Der Versuch, die Macht gewaltsam zu übernehmen, gipfelte im November 1923 im Marsch auf die Feldherrnhalle. Dieser Putschversuch scheiterte kläglich an der Entschlossenheit der bayerischen Polizei und der Reichswehr. In der Folge wurde die NSDAP verboten und ihre führenden Köpfe vor Gericht gestellt. Doch anstatt das Ende der Bewegung zu markieren, bot der Prozess Hitler eine Bühne für seine Propaganda, die er geschickt zu nutzen wusste.

Die Jahre der Neugründung und ideologischen Festigung

Nach dem gescheiterten Putsch wurde Hitler zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, von denen er jedoch nur einen Bruchteil in Landsberg am Lech verbüßte. Während dieser Zeit verfasste er den ersten Band seines Werkes Mein Kampf, in dem er seine radikalen Ziele und den tief verwurzelten Antisemitismus formulierte. Im Dezember 1924 wurde Hitler vorzeitig aus der Haft entlassen, woraufhin er die Reorganisation der Bewegung in Angriff nahm. Die offizielle Neugründung der NSDAP erfolgte im Februar 1925, nachdem das Verbot aufgehoben worden war. In dieser Phase setzte er verstärkt auf den legalen Weg zur Macht, ohne jedoch die gewaltbereite Rhetorik aufzugeben. Es wurden neue Gliederungen geschaffen, um alle gesellschaftlichen Schichten zu erreichen, darunter die HJ für die Jugend und die SS als Eliteeinheit. Alfred Rosenberg übernahm wichtige Aufgaben in der ideologischen Schulung, während Julius Streicher mit seinem Blatt Der Stürmer den Antisemitismus auf aggressivste Weise propagierte. Auch die Struktur der Partei wurde verfeinert, wobei das Reich in Gaue unterteilt wurde, die von loyalen Gefolgsleuten geleitet wurden. Zwischen 1925 und 1930 stieg die Mitgliederzahl langsam, aber kontinuierlich an, während die Partei im Reichstag noch eine unbedeutende Splittergruppe blieb. Dennoch gelang es ihr, durch den Deutschen Tag in Coburg und ähnliche Veranstaltungen bundesweit Aufmerksamkeit zu erregen. Die Arbeit der Kreisleiter der NSDAP vor Ort war dabei entscheidend, um die Basis zu verbreitern und die Botschaften der Führung zu verbreiten. Die politische Bildung innerhalb der Organisation zielte darauf ab, eine verschworene Gemeinschaft von Überzeugungstätern zu schaffen.

Wirtschaftskrise und der Aufstieg der NSDAP zur Massenpartei

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 traf Deutschland mit voller Härte und stürzte die Weimarer Republik in eine existenzielle Krise. Die deutsche Wirtschaft brach ein, die Arbeitslosenzahlen stiegen in astronomische Höhen, und das Vertrauen in die demokratischen Institutionen schwand rapide. In dieser Situation konnte die NSDAP als radikale Alternative auftreten und versprach einfache Lösungen für komplexe Probleme. In den Reichstagswahlen vom September 1930 gelang der Partei der große Durchbruch, als sie ihre Mandate vervielfachen konnte. Adolf Hitler verstand es meisterhaft, die Ängste der Bevölkerung zu instrumentalisieren und sich als Retter der Nation zu inszenieren. Auch das Bündnis mit nationalkonservativen Kräften wie Alfred Hugenbergs die NSDAP politisch aufwertete, trug wesentlich zum Erfolg bei. Die NSDAP und die DNVP arbeiteten zeitweise in der Harzburger Front zusammen, um die Republik gemeinsam zu Fall zu bringen. Durch intensive Propaganda und den Einsatz moderner Wahlkampfmittel wie Flugzeuge wurde Hitler zum bekanntesten Politiker des Landes. Bei den Wahlen im Juli 1932 wurde die NSDAP schließlich zur stärksten Partei im deutschen Reichstag. Trotz eines leichten Rückgangs bei den Wahlen im November 1932 blieb sie die dominierende Kraft im rechten Spektrum. Die politische Instabilität führte dazu, dass Reichspräsident Paul von Hindenburg immer stärker unter Druck geriet, eine Lösung für die Regierungsbildung zu finden. Hinter den Kulissen begannen Intrigen, die schließlich den Weg für eine Regierungsbeteiligung der Nationalsozialisten ebneten.

Der Weg in die Diktatur im Januar 1933 – März 1933

Am 30. Januar 1933 wurde Hitler schließlich von Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Viele Konservative glaubten fälschlicherweise, sie könnten den böhmischen Gefreiten in einem Kabinett der nationalen Konzentration einrahmen und zähmen. Doch Hitler und seine Mitstreiter verloren keine Zeit und begannen sofort mit der Zerschlagung der demokratischen Ordnung. Der Reichstagsbrand im Februar 1933 diente als Vorwand, um Grundrechte außer Kraft zu setzen und politische Gegner massenhaft zu verhaften. Mit der Verordnung zum Schutz von Volk und Staat wurde der Belagerungszustand faktisch zum Dauerzustand erhoben. Die Reichstagswahl im März 1933 fand bereits unter Bedingungen von Terror und Einschüchterung statt, erbrachte aber immer noch keine absolute Mehrheit für die Nationalsozialisten. Erst durch das Ermächtigungsgesetz, das mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien verabschiedet wurde, erhielt die Regierung diktatorische Vollmachten. Damit war die Weimarer Republik am Ende, und der Aufbau des totalitären Staates begann in atemberaubendem Tempo. Die Gleichschaltung der Länder, Verbände und Medien sorgte dafür, dass jegliche Opposition im Keim erstickt wurde. Innerhalb weniger Monate wurde die NSDAP zur einzigen legalen Partei in Deutschland erklärt, während alle anderen Parteien verboten wurden oder sich selbst auflösten. In dieser Zeit wurde die NSDAP zum alleinigen Träger des staatlichen Willens erhoben. Der Prozess der Machtübernahme war damit weitgehend abgeschlossen, und die Konsolidierung der Herrschaft schritt voran.

Die NSDAP im Dritten Reich: Strukturen und Organisation

Nach der Machtergreifung verschmolzen Partei und Staat immer mehr zu einer untrennbaren Einheit. Die NSDAP blieb das ideologische Rückgrat des Regimes und kontrollierte durch ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbänden nahezu alle Lebensbereiche. Organisationen wie die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation oder die Deutsche Arbeitsfront ersetzten die freien Gewerkschaften und banden die Arbeiterschaft in das System ein. In der Zeit zwischen 1930 und 1933 stieg die Mitgliederzahl sprunghaft an, da viele Opportunisten nun den Weg in die Partei suchten. Das Führerprinzip wurde auf alle staatlichen Ebenen übertragen, wodurch eine hocheffiziente, aber auch von Rivalitäten geprägte Herrschaftsstruktur entstand. Adolf Hitler stand als unangefochtene Spitze über allen Institutionen, während Männer wie Ernst Röhm als Chef der SA zeitweise zu mächtigen Konkurrenten wurden. Die Ausschaltung Röhms und der SA-Führung im Sommer 1934 festigte Hitlers Macht und sicherte ihm die Loyalität der Reichswehr. Die SS unter Heinrich Himmler stieg in der Folge zur mächtigsten Terrororganisation des Dritten Reiches auf und übernahm die Kontrolle über das Lagersystem. Innerhalb der NSDAP achtete man streng darauf, dass die ideologische Reinheit gewahrt blieb, wobei das Historische Lexikon Bayerns detailliert die regionalen Besonderheiten dieser Entwicklung dokumentiert. Die Vision einer großdeutschen Volksgemeinschaft wurde zum zentralen Propagandathema, das den Ausschluss aller Andersdenkenden und Minderheiten rechtfertigte. Das deutsche Reich wurde nach und nach in eine totale Diktatur transformiert, in der das Individuum nichts und das Volk alles galt.

Ideologie und die Verfolgung von Minderheiten

Der Nationalsozialismus basierte auf einer pseudowissenschaftlichen Rassenlehre, die das deutsche Volk als Herrenrasse definierte. Ein zentrales Element dieser Ideologie war der radikale Antisemitismus, der Juden als existenzielle Bedrohung für die Nation darstellte. Schon früh verfolgte die NSDAP das Ziel, jüdische Bürger aus dem öffentlichen Leben zu drängen und systematisch zu entrechten. Die Nürnberger Gesetze von 1935 markierten einen weiteren Tiefpunkt, indem sie die Diskriminierung gesetzlich verankerten. Antisemitisch motivierte Gewaltakte waren keine Seltenheit und gipfelten in den Pogromen der Reichskristallnacht 1938. Neben Juden wurden auch andere Gruppen wie Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und politische Gegner gnadenlos verfolgt. Der Nationalsozialist sah es als seine Pflicht an, das Blut des Volkes reinzuhalten und vermeintlich schädliche Einflüsse zu eliminieren. Auch religiöse Gruppen und Widerstandskämpfer gerieten in das Visier des Repressionsapparates. Während Organisationen wie die Weiße Rose nur am Rande des Geschehens agierten und mutig gegen das Regime aufbegehrten, blieb der Großteil der Bevölkerung passiv oder unterstützte das System. Die Propaganda des Regimes schaffte es, ein Gefühl der Einheit zu erzeugen, während gleichzeitig Millionen von Menschen in Konzentrationslagern litten. Der Weg in den Völkermord war in der Ideologie der Partei von Anfang an angelegt und wurde mit bürokratischer Präzision umgesetzt. Dass die NSDAP diesen Weg konsequent verfolgte, zeigen die zahlreichen Dokumente aus der Zeit des Krieges.

Der Zweite Weltkrieg und der Zusammenbruch

Mit dem Überfall auf Polen im Jahr 1939 begann der Zweite Weltkrieg, den das Regime von langer Hand vorbereitet hatte. Die NSDAP nutzte den Krieg, um ihre radikalen Pläne im Osten umzusetzen und einen rassenideologischen Vernichtungskrieg zu führen. Hitler agierte nun primär als Feldherr, während die Partei im Inneren die Moral der Heimatfront aufrechtzuerhalten versuchte. Doch mit den zunehmenden Niederlagen ab 1943 wuchs die Unzufriedenheit in der Bevölkerung, auch wenn offener Widerstand lebensgefährlich blieb. Die NSDAP blieb bis zum Ende das Instrument der totalen Mobilmachung, wobei auch Kinder und alte Männer im Volkssturm eingesetzt wurden. Im April 1945 stand die Rote Armee in Berlin, und das Ende des Dritten Reiches war unvermeidlich. Adolf Hitler entzog sich der Verantwortung durch Suizid in seinem Bunker unter der Reichskanzlei. Kurz darauf kapitulierte Deutschland bedingungslos vor den Alliierten. Die NSDAP wurde verboten und ihre Symbole aus der Öffentlichkeit entfernt. Im Oktober 1945 begannen die Nürnberger Prozesse, in denen die Hauptkriegsverbrecher für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wurden. Die Welt musste erkennen, welches Ausmaß an Grausamkeit durch eine fanatische Partei und ihren Anführer möglich geworden war. 1945 wurde somit zum Jahr Null für eine Gesellschaft, die sich mühsam von den Trümmern der nationalsozialistischen Ideologie befreien musste.

Das Ende der NSDAP und die juristische Aufarbeitung

Nach der Kapitulation ordneten die Siegermächte die vollständige Auflösung der NSDAP und aller ihrer Gliederungen an. Gemäß der Kontrollratsdirektive Nr. 2 des Alliierten Kontrollrates wurde die Partei als kriminelle Organisation eingestuft. Dies war die Grundlage für die umfassende Entnazifizierung, die in den Besatzungszonen durchgeführt wurde. Millionen von Mitgliedern mussten sich Befragungen unterziehen, um ihren Grad der Beteiligung an den Verbrechen festzustellen. Viele Funktionäre versuchten unterzutauchen oder ihre Vergangenheit zu verschleiern, während andere vor Gericht gestellt wurden. Die Geschichte der NSDAP wurde in den folgenden Jahrzehnten zum zentralen Gegenstand der Forschung, um zu verstehen, wie die Diktatur funktionieren konnte. In der deutschen Geschichte bleibt das Wirken dieser Partei ein mahnendes Beispiel für die Zerbrechlichkeit der Demokratie. Dass die NSDAP verboten wurde, war ein notwendiger Schritt, um den demokratischen Neuanfang zu ermöglichen. Dennoch blieben nationalsozialistische Denkmuster in Teilen der Bevölkerung noch lange nach dem Krieg präsent. Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit prägt das politische Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland bis heute. Es bleibt die Erkenntnis, dass Wachsamkeit gegenüber extremistischen Tendenzen eine dauerhafte Aufgabe für jede Gesellschaft ist. Nur durch die fundierte Kenntnis der historischen Abläufe lässt sich verhindern, dass sich eine solche Katastrophe wiederholt.

 

Literatur

Broszat Martin. Der Staat Hitlers. Grundlegung und Struktur der inneren Verfassung des Dritten Reiches. 15. Auflage. München 2000.

Evans Richard J. Das Dritte Reich. Band 1-3. München 2004–2009.

Fest Joachim. Hitler. Eine Biographie. Frankfurt am Main 1973.

Frei Norbert. Der Führerstaat. Nationalsozialistische Herrschaft 1933 bis 1945. 6. Auflage. München 2001.

Kershaw Ian. Hitler. 1889 bis 1936. Stuttgart 1998.

Kershaw Ian. Hitler. 1936 bis 1945. Stuttgart 2000.

Longerich Peter. Hitler. Biographie. München 2015.

Mommsen Hans. Die verspielte Freiheit. Der Weg der Republik von Weimar in den Untergang 1918 bis 1933. Berlin 1989. (u.a. zu Versailler Vertrag und Erich Ludendorff).

Orlow Dietrich. The History of the Nazi Party. 1919 bis 1945. London 1971.

Thamer Hans-Ulrich. Verführung und Gewalt. Deutschland 1933 bis 1945. Berlin 1986.

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