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Startseite > Aktuelles > Sehenswerte Filme auf der Berlinale 2026
Geschrieben von: Redaktion Zukunft braucht Erinnerung | Zuletzt aktualisiert am 2. November 2026

Sehenswerte Filme auf der Berlinale 2026

Festivalplakat der Berlinale 2026 mit einem Bären aus farbigen Lichtpunkten. Gestaltung: Claudia Schramke.

Festivalplakat der Berlinale 2026. Gestaltung: Claudia Schramke. Urhebernachweis: Berlinale, Pressemitteilung vom 18. Dezember 2025.

Inhalt

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  • Berlinale 2026 Filmfestival – Internationale Filmfestspiele Berlin
  • Unsere wichtigsten Filmempfehlungen
    • TUTU – von Sam Pollard
    • Who Killed Alex Odeh? – von Jason Osder, William Lafi Youmans
    • Hangar rojo (The Red Hangar) – von Juan Pablo Sallato
    • Chronicles From the Siege – von Abdallah Alkhatib
    • Only Rebels Win – von Danielle Arbid
    • No Good Men – von Shahrbanoo Sadat
    • Where To? – von Assaf Machnes
    • Roya – von Mahnaz Mohammadi
    • Staatsschutz (Prosecution) – von Faraz Shariat
    • Trop c’est trop (Enough Is Enough) – von Elisé Sawasawa
    • Traces – von Alisa Kovalenko, Marysia Nikitiuk
    • The Other Side of the Sun – von Tawfik Sabouni
    • Safe Exit – von Mohammed Hammad
    • Flying Tigers – von Madhusree Dutta
    • Szenario (Scenario) – von Marie Wilke
    • Der Kontrolleur (The Border Guard) – von Stefan Trampe
    • Effondrement (Collapse) – von Anat Even
    • Black Lions – Roman Wolves – von Haile Gerima
    • AI Realism – Qantar 2022 – von Almagul Menlibayeva
    • Un hiver russe (A Russian Winter) – von Patric Chiha
    • Raspad (Decay | Der Zerfall) – von Mykhailo Belikov

Berlinale 2026 Filmfestival – Internationale Filmfestspiele Berlin

Das Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin ist auch dieses Jahr voller wichtiger Filme zu unserem Themenkreis. Das wichtigste Filmfestival im deutschsprachigen Raum zeigt jedes Jahr eine Vielzahl von Filmen – meist Welt- oder Europapremieren. Traditionell positioniert sich die Berlinale als politisches Festival, d. h. als Impulsgeber und grenzt sich damit deutlich und positiv von vergleichbaren Festspielen ab.

Unsere wichtigsten Filmempfehlungen

TUTU – von Sam Pollard

Der Dokumentarfilm zeichnet Desmond Tutu als moralische Instanz und unbeirrbaren Kämpfer für Gerechtigkeit. Mit unveröffentlichtem Archivmaterial und Stimmen aus seinem Umfeld zeigt er den Menschen hinter der Ikone und seinen Weg zur Stimme der Unterdrückten. Im Zentrum steht die Kraft der Vergebung – eine Haltung, der Tutu konsequent treu blieb. Zur Besprechung: Unsere wichtigsten Filmempfehlungen
TUTU

Who Killed Alex Odeh? – von Jason Osder, William Lafi Youmans

Der Film rekonstruiert den Rohrbombenanschlag von 1985 in Santa Ana, bei dem der palästinensisch-amerikanische Lehrer und Aktivist Alex Odeh getötet wurde. Obwohl Verdächtige bekannt waren, gab es keine Festnahmen, der Fall blieb offen. Jahrzehnte später folgt die Doku den Recherchen eines israelischen Journalisten, der mit neuen Spuren und Akten die Hintergründe des Attentats freilegt. Zur Besprechung: Who Killed Alex Odeh?

Hangar rojo (The Red Hangar) – von Juan Pablo Sallato

Santiago de Chile, 11. September 1973: Captain Jorge Silva soll an der Luftwaffenakademie ein Haft- und Folterzentrum einrichten und hält es zunächst für eine Übergangslösung. Mit dem Eintreffen des rivalisierenden Colonel Jahn kippt die Lage: Der Hangar füllt sich, Silvas Prinzipien geraten unter Druck. Der Schwarz-Weiß-Thriller, inspiriert von wahren Begebenheiten, verdichtet die Diktatur-Maschinerie zur tödlichen Wahl zwischen Gehorsam und Ungehorsam. Zur Besprechung: Hangar rojo (The Red Hangar)

Chronicles From the Siege – von Abdallah Alkhatib

Eine belagerte Stadt: Gewöhnliche Menschen müssen im Kriegsalltag Entscheidungen treffen, die eigentlich nicht zu treffen sind, während Hunger, Mangel und Gewalt den Körper wie den Geist zermürben. Dennoch halten sie an Resten von Normalität fest – Freundschaft, Liebe, Intimität, eine Zigarette. In einer Videothek verdichtet sich das Dilemma, ob geliehene Lieblingsfilme als Brennmaterial dienen sollen, zur Frage nach Überleben und Würde. Zur Besprechung: Chronicles From the Siege

Only Rebels Win – von Danielle Arbid

In Beirut rettet Suzanne den jungen, papierslosen Sudanesen Osmane vor einem rassistischen Angriff, und aus unerwarteter Nähe wird Liebe. Suzanne, Witwe aus der Mittelschicht mit palästinensischen Wurzeln, ist mehr als doppelt so alt wie er – und genau das entfacht in einem krisengeplagten Libanon eine Welle der Empörung. Familie, Kolleg*innen, Kirche und Nachbarschaft wenden sich gegen das Paar, das gezwungen ist, sich der Feindseligkeit zu stellen und zu kämpfen. Zur Besprechung: Only Rebels Win

No Good Men – von Shahrbanoo Sadat

Kabul 2021: Eine mutige Rom-Com am Abgrund der Geschichte. Zwischen Modern Talking und Taliban-Terror blüht eine fragile Liebe. Sadat setzt der modernen afghanischen Zivilgesellschaft ein bewegendes Denkmal. Ein Berlinale-Highlight über die unbezwingbare Kraft menschlicher Hoffnung. Zur Besprechung: No Good Men

Where To? – von Assaf Machnes

In Berlins Nächten fährt der palästinensische Uber-Fahrer Hassan ziellos durch die Stadt, entfremdet von seiner ältesten Tochter. Als der israelische Tourist Amir in sein Auto gerät und später in Berlin bleibt, werden ihre Fahrten über zwei Jahre zu einer stillen, wachsenden Verbindung. In Amirs Liebeskummer und Identitätssuche erkennt Hassan eigenen, lange vergrabenen Schmerz – und beginnt, sich der Vergangenheit zu stellen, die ihn vor 30 Jahren zur Flucht brachte. Zur Besprechung: Where To?

Roya – von Mahnaz Mohammadi

Roya, eine iranische Lehrerin, sitzt wegen ihrer politischen Überzeugungen im Teheraner Evin-Gefängnis und wird zu einer Wahl gezwungen: ein öffentliches TV-Geständnis oder weitere Isolation in einer Drei-Quadratmeter-Zelle. Während Zeit und Erinnerung zerfallen, überlagern sich Vergangenheit und Gegenwart in ihrem Inneren und in der Haftrealität. Der Film macht spürbar, wie Isolationshaft Wahrnehmung und Identität verschiebt und Widerstand zunehmend brüchig wird. Zur Besprechung: Roya

Staatsschutz (Prosecution) – von Faraz Shariat

Die junge Staatsanwältin Seyo Kim will rechter Gewalt in Ostdeutschland mit den Mitteln des Staates begegnen. Nach einem rassistischen Anschlag auf sie selbst ermittelt sie entgegen behördlicher Weisung weiter und bringt einen Täter vor Gericht, um ein ganzes Netzwerk offenzulegen. Dabei stößt sie auf Archive, „Einzelfälle“ und Zeugen, die ein System sichtbar machen, das mit zweierlei Maß misst und rechte Gewalt teils verharmlost oder deckt.  Zur Besprechung: Staatsschutz (Prosecution)

Trop c’est trop (Enough Is Enough) – von Elisé Sawasawa

Der Film verortet den seit Jahrzehnten andauernden Krieg in Kivu im Osten der DR Kongo und zeigt vor allem das Leid der Zivilbevölkerung, besonders von Frauen und Kindern. Er verbindet die Gewalt mit wirtschaftlichen Interessen rund um den Rohstoffabbau, darunter Coltan als Schlüsselmaterial für Elektronik. Vor diesem Hintergrund markiert der Fall Gomas an M23-Rebellen im Januar 2025 einen drastischen Wendepunkt – und Trop c’est trop hält dagegen den Lebenswillen der Bevölkerung fest. Zur Besprechung: Trop c’est trop (Enough Is Enough)

Traces – von Alisa Kovalenko, Marysia Nikitiuk

Traces begleitet ukrainische Frauen, die im russischen Angriffskrieg sexuelle Gewalt und Folter erlebt haben und sich gegen das Schweigen entscheiden. Im Zentrum steht Iryna Dovhan, die als Aktivistin in zurückeroberten Gebieten Zeugnisse sammelt und Erinnerungen dokumentiert. Aus ihrem Weg entsteht das Bild eines kollektiven Traumas – und zugleich eines Kreises aus Mut, Fürsorge und Solidarität im Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit. Zur Besprechung: Traces

The Other Side of the Sun – von Tawfik Sabouni

Kurz nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 kehrt Tawfik Sabouni in das syrische Foltergefängnis Saidnaya zurück, aus dem er einst entlassen wurde. Gemeinsam mit vier weiteren Überlebenden rekonstruiert er die Haft in sorgfältigen Reenactments: Rituale, Gesten, Momente des Überlebens – gedreht im ehemaligen Gefängnis selbst. Der Film macht die bleibenden Spuren der Entmenschlichung sichtbar und gibt zugleich den Toten und Vermissten eine stellvertretende Stimme. Zur Besprechung: The Other Side of the Sun

Safe Exit – von Mohammed Hammad

Der Psychothriller folgt dem jungen Sicherheitsmann Samaan, dessen Eltern in den seit Jahrzehnten andauernden religiösen und ethnischen Konflikten im arabischen Raum ermordet wurden. Sein Schicksal steht exemplarisch für viele seiner Generation, die als Kinder Gewalt und Verlust erlebt haben. Heute, als junge Erwachsene Anfang zwanzig, kämpfen sie weiterhin mit den Folgen dieses Traumas. Zur Besprechung: Safe Exit

Flying Tigers – von Madhusree Dutta

Ausgehend von den rätselhaften Tiger-Erzählungen ihrer dementen Mutter reist Madhusree Dutta nach Assam und stößt auf die „Flying Tigers“: US-Transportflüge, die im Zweiten Weltkrieg Güter über den Himalaya nach Kunming brachten. Ihr teilfiktionaler Doku-Essay verbindet persönliche Spurensuche mit der Geschichte gigantischer Logistik und heutigen Warenströmen. In einer hybriden Form aus Interviews, Archiv, Spielszenen, Animation und Musik erkundet der Film Grenzräume und Mobilität jenseits politischer Karten. Zur Besprechung: Flying Tigers

Szenario (Scenario) – von Marie Wilke

In Schnöggersburg, Europas größter militärischer Modellstadt, zeigt sich, wie die Bundeswehr die „Zeitenwende“ trainiert und zugleich öffentlich vermittelt. Marie Wilke montiert aus Presseterminen, Vereidigung, Führungen, Rollenspielen und Kulissen eine 360-Grad-Beobachtung des Heeres im Anpassungsprozess. Mit statischen, wertfreien Bildern bleibt der Film nah an den Situationen und hält doch die Distanz, um die Suche nach Selbstverständnis zwischen Aufarbeitung, Simulation und ungewisser Zukunft sichtbar zu machen. Zur Besprechung: Szenario (Scenario)

Der Kontrolleur (The Border Guard) – von Stefan Trampe

Hermann, ehemaliger DDR-Grenzer und Witwer, weigert sich, das Ende der Grenze zu akzeptieren, und hält als „letzter Mohikaner“ weiter Wache am stillgelegten Kontrollpunkt Drewitz. Pflichterfüllt protokolliert er seinen „Dienst“, bis die neugierige Kellnerin Inge ihm zu nahe kommt und er die Nähe als Grenzverletzung aggressiv beantwortet. Das preisgekrönte Debüt zeichnet ein Psychogramm zwischen verfallender Grenzanlage und verklärten Erinnerungsbildern eines idealisierten Regimes. Zur Besprechung: Der Kontrolleur (The Border Guard)

Effondrement (Collapse) – von Anat Even

Anat Even kehrt knapp zwei Wochen nach dem 7. Oktober 2023 in den ausgebrannten Kibbuz Nir Oz zurück und filmt in den folgenden zwei Jahren entlang des Gaza-Zauns im Nordwesten der Negev-Region. Auf ihrer Seite prägen Panzer, Landwirtschaft und Kriegsmaschinerie das Ackerland, während jenseits des Zauns die Zerstörung Gazas hör- und sichtbar wird. Im essayistischen Voiceover und in Gesprächen tastet sich der Film an Wahrheiten über Verhältnis, Verantwortung und Ohnmacht heran – zwischen Wut, Verlust, Entmenschlichung und Krieg. Zur Besprechung: Effondrement (Collapse)

Black Lions – Roman Wolves – von Haile Gerima

Der Film setzt bei Äthiopiens Sieg über Italien 1896 an und führt in den faschistischen Angriffskrieg von 1935, inklusive Giftgaseinsatz und kolonialer Gewalt. Über 30 Jahre hinweg montiert Haile Gerima aus Archivmaterial, Zeitzeug*innen und den Theaterstücken seines Vaters ein monumentales Panorama von Widerstand, Mordpolitik, europäischer Komplizenschaft und Schwarzer Solidarität. Black Lions – Roman Wolves stellt äthiopische Stimmen gegen koloniale Erzählungen und kämpft um die Bildhoheit über diese Geschichte. Zur Besprechung: Black Lions – Roman Wolves

AI Realism – Qantar 2022 – von Almagul Menlibayeva

Der Kurzfilm führt in den Januar 2022 zurück: In Kasachstan protestieren rund 20.000 Menschen gegen steigende Flüssiggaspreise, die Bewegung wird als „Terrorismus“ diffamiert und brutal niedergeschlagen, auch russische Truppen greifen ein. Almagul Menlibayeva rekonstruiert das Geschehen aus Social-Media-Nachrichten und Presseberichten, ohne selbst vor Ort zu sein. Diese Stimmen speist sie in damals neue generative KI-Modelle ein, die verstörende Bilder postsowjetischer Machtverhältnisse erzeugen – als Requiem und dringender Appell, nicht weiter Zeit zu verlieren. Zur Besprechung: AI Realism – Qantar 2022

Un hiver russe (A Russian Winter) – von Patric Chiha

Nach der russischen Vollinvasion der Ukraine 2022 stehen viele Menschen in Russland vor einer Zwangswahl: Militärdienst, Gefängnis oder Exil. Margarita, Yuri und ihre Freund*innen verweigern sich dem Regime, verlassen das Land und suchen einen neuen Ort zum Leben. Doch es gibt weder ein echtes Zurück noch ein Ankommen – nur die Erfahrung, nirgends wirklich willkommen zu sein. Zur Besprechung: Un hiver russe (A Russian Winter)

Raspad (Decay | Der Zerfall) – von Mykhailo Belikov

Kyiv, April 1986: Nach Tschornobyl kippt die Beschwichtigung in Panik, während ein Journalist vergeblich versucht, in die Sperrzone zu gelangen. Parallel werden unterschiedliche Figuren zu Zeugen von Versagen, harten Maßnahmen und Privilegien der Nomenklatura. Als erster Spielfilm zur Katastrophe verbindet Raspad Katastrophenkino mit Anklage und Trauerarbeit. Zur Besprechung: Raspad (Decay | Der Zerfall)

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