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Startseite > Rezensionen > Ausstellungsrezensionen > Vor aller Augen – Nationalsozialistischer Terror in der Provinz
Geschrieben von: Gudrun Wilhelmy | Erstellt: 7. November 2004

Vor aller Augen – Nationalsozialistischer Terror in der Provinz

Fotodokumente am Bauzaun der Topographie des Terrors

Am Bauzaun des erneut verschobenen Baubeginns des Neubaus für die Topographie des Terrors, ist wieder eine beeindruckende Ausstellung zu sehen: Vor aller Augen – Fotodokumente des nationalsozialistischen Terrors in der Provinz.

Klaus Hesse und Philipp Springer haben von 1998 bis 2001 sehr erfolgreich in 1.500 Archiven Fotomaterial angefragt, auf dem nationalsozialistischer Terror zu sehen sei. Der Rücklauf war mit 80 % sehr beachtlich und in 238 lokalen Sammlungen gab es einschlägige Bestände mit überregional durchweg bisher unbekanntem Fotomaterial. Die Fotos, die in der Ausstellung und in dem im Frühjahr erschienenen Buch gleichen Titels zu sehen sind, sind bisher nicht veröffentlicht worden.

Eindrucksvoll belegen diese Fotos, aufgenommen von Laien, Berufsfotografen und Mitgliedern der durchführenden Einheiten, was in diesem Lande so gern geleugnet und verschwiegen wird: Es geschah vor aller Augen.

Demütigende Erfahrungen teilen sich auf diesen Bildern Juden und Nicht-Juden. Auf Bildern sieht man sie mit Schildern, die sie der Rassenschande bezichtigen im Straßenbild von Fachwerkhäusern, auf Marktplätzen, vor Rathäusern und Apotheken. Man sieht Bilder von Juden auf dem Weg zu den Deportationsplätzen oder aus diesen heraus. Und fast immer dabei: eine grölende, eine höhnende, eine lachende Menschenschar bestehend aus Nachbarn, Schulfreunden, Kunden, Klienten. Beschämende Fotos für diejenigen, die sich daran beteiligt haben. Zu sehen sind in zahlreichen Fotos diejenigen Frauen, deren Köpfe kahlgeschoren wurden, weil ihre Liebe zu einem Menschen in der Regel aus rassistischen Gründen verboten war. Für die beiden Wissenschaftler war die Fülle dieser dokumentierten Demütigungen von Frauen selbst überaus überraschend.

Zu sehen sind Möbellager, der Möbel deportierter Juden. Teilnehmer an Versteigerungen dieser Möbel, und nicht zuletzt auch die Bilder, die den Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte und deren Zerstörung zeigen, die Posten vor den Praxen von jüdischen Ärzten und Rechtsanwälten. In der zweiten Hälfte des Krieges wurden fast jede Woche Umsiedler mit den aus diesen „Aktionen“ gestohlenen Gütern versorgt. Die Bevölkerung profitierte, hier eindringlich visualisiert, durchaus von diesen „Beschlagnahmungen jüdischen Eigentums“, denn das Vermögen jüdischen Eigentums fiel an den Staat.

Die Gestaltung der Ausstellung durch Margret Schmitt ist ausgezeichnet. Die unbearbeiteten Fotos, die in riesigen Vergrößerungen am Bauzaun aufgehängt und mit zweisprachigen Texttafeln zum frühen Terror, antijüdischen Aktionen und Diskriminierungen, Pogrom im November 1938, öffentlichen Demütigungen von „Rassenschändern“, Deportationen und Verwertung jüdischen Eigentums versehen sind, geben dem Besucher dieser Ausstellung kaum eine Chance, sich aus dem Geschehen herauszudenken. Man kann sich vorstellen, dies mit eigenen Augen gesehen zu haben.

Das Buch enthält über 300 Fotos, einen sachlichen und kurzen Textteil zu jedem Kapitel, wie es auch die Ausstellung nachvollzieht und kann für nur 19,90 € im Verlag Klartext oder direkt im Verkaufsbüro der Topographie des Terrors gekauft werden. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 20 Uhr, ab Oktober bis 18 Uhr bis zum 17. November zu sehen.

Autorin: Gudrun Wilhelmy. Jegliche Kopie dieses Artikels, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung der Autorin.

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