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Startseite > Rezensionen > Buchrezensionen > Mutige Menschen – von Christian Nürnberger
Geschrieben von: Tomas Unglaube | Erstellt: 24. April 2010

Mutige Menschen – von Christian Nürnberger

Rezension über:
Christian Nürnberger: Mutige Menschen. Widerstand im Dritten Reich. Nachwort von Petra Gerster. Mit Illustrationen von Katharina Bußhoff. Stuttgart: Gabriel 2009, 304 Seiten, ISBN 978-3-522-30166-4, 14,90 EUR.

Was veranlasst Menschen in einer Diktatur, nicht den einfachen Weg zu gehen und sich anzupassen oder gar mitzumachen, sondern – häufig unter Einsatz des eigenen Lebens – Widerstand zu leisten? Dieser über die Zeit des Nationalsozialismus hinaus bis heute aktuellen Frage geht der Journalist und Autor Christian Nürnberger in seinem Jugendbuch Mutige Menschen. Widerstand im Dritten Reich nach.

Eingehende Porträts

In zwölf exemplarischen Biografien stellt Nürnberger nicht nur unterschiedliche Formen des Widerstands dar. Viel wichtiger für die Qualität der Porträts ist, dass der Autor eingehend die Kindheit und Jugend der vorgestellten Personen und ihr jeweiliges Herkunftsmilieu beleuchtet. So wird deutlich, dass der Weg in den Widerstand den wenigsten in die Wiege gelegt war und häufig die Überwindung mit der Erziehung vermittelter Denkweisen voraussetzte. Zugleich zeigt Nürnberger mit diesen Milieubeschreibungen, dass und warum die Bereitschaft, sich anzupassen, wegzusehen oder gar den Nationalsozialismus aktiv zu unterstützen, in allen gesellschaftlichen Schichten so ausgeprägt war.

Am Beispiel von Claus von Stauffenberg und Martin Niemöller verweist der Verfasser beispielhaft auf die Empfänglichkeit des preußisch-protestantischen Konservatismus der Weimarer Republik für den Nationalsozialismus und macht zugleich begreiflich, wie schwierig gerade hier die Entscheidung zum aktiven Widerstand war. In den Beiträgen zu Helmuth James von Moltke und Dietrich Bonhoeffer wird deutlich, wie diese beiden liberalen Weltbürger hingegen geradezu notwendig in Konflikt mit dem NS-System kommen mussten.

Willy Brandt – geprägt von Solidarität

Das Porträt von Willy Brandt, mit 29 Seiten eines der längsten, gibt anschaulich Auskunft über das Lübecker Arbeitermilieu, dem Brandt entstammte. Deutlich wird, warum Brandt zeit seines Lebens und gerade auch im Widerstand von den dort während der Kindheit und Jugend erlebten Werten geprägt blieb. Nürnberger zeigt eindrucksvoll, wie Willy Brandt im Exil Solidarität erfuhr und selbst wiederum für andere Verfolgte organisierte, und gibt so einen überaus packenden Einblick in die Schwierigkeiten, unter denen Exilanten in Skandinavien lebten.

Nicht nur im Hinblick auf die Formen des Widerstands und die Herkunft der Porträtierten haben die zwölf Biografien exemplarischen Charakter: Indem Nürnberger präzise die ideologische und politische Entwicklung seiner Protagonisten nachzeichnet, gibt er auch Auskunft über die Vielfalt ihrer Motive. Kommunisten und Sozialisten sind ebenso vertreten wie Konservative und Liberale, Christen ebenso wie Juden oder Atheisten.

Auch unbekanntere Widerstandskämpfer

Nürnberger stellt in seinem Werk nicht nur bekannte Widerstandskämpfer vor. Er macht auch aufmerksam auf Menschen, deren Widerstand gegen den Nationalsozialismus bislang weniger bekannt ist. So porträtiert er die Amerikanerin Mildred Harnack oder den Diplomaten Fritz Kolbe, der während des Krieges geheime Informationen an die Kriegsgegner gab und dessen Handeln erst 2004 zur Zeit der Regierung Schröder als Widerstand anerkannt wurde. Auch der Polin Irena Sendler, die unter anderem Kinder aus dem Warschauer Ghetto rettete, widmet der Verfasser ein überaus eindrucksvolles Porträt.

Keine Helden

In den flüssig zu lesenden Schilderungen wird eines immer wieder deutlich: Widerstand ist in aller Regel nur möglich, wenn die Handelnden Helfer haben und wenn Mitwisser sie nicht denunzieren. Und spätestens an dieser Stelle stellt sich für jede Leserin und jeden Leser die Frage: Wie verhalte ich mich wohl unter den Bedingungen einer Diktatur? Weil Nürnberger darauf verzichtet, die Porträtierten zu Helden zu stilisieren, sie vielmehr mit ihren Sorgen, Widersprüchen und Fehlern zeigt, bekommt diese Frage eine besondere Intensität.

Christian Nürnbergers Buch ist für Leserinnen und Leser ab 13 geschrieben. Bei einer Neuauflage sollten ein Glossar sowie ein Register angefügt werden, um den Gebrauchswert des Buchs als Nachschlagewerk zu erhöhen und Zusammenhänge leichter erschließbar zu machen. Auch sollten einige ärgerliche Fehler korrigiert werden: Weder gab es Ende der Weimarer Republik in Deutschland eine Inflation, noch gab es während des Krieges in Berlin diplomatische Vertretungen der Kriegsgegner, um zwei Beispiele zu nennen. Dennoch: Bereits jetzt sind dem Buch viele, auch erwachsene Leserinnen und Leser zu wünschen.

Autor: Tomas Unglaube

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