Shahida – Brides of Allah - von Natalie Assouline

Shahida – Brides of Allah - von Natalie AssoulineWie wird aus einem Menschen ein Selbstmordattentäter? Diese Frage beschäftigte bereits viele Filmemacher - zuletzt auf der Berlinale 2005 "Paradise Now" von Hany Abu-Assad.

Die Regisseurrin Natalie Assouline beschäftigt sich auf der diesjährigen Berlinale mit Ihrem Beitrag "Shahida – Brides of Allah" damit, wie Palästinenserinnen zu Selbstmordattentäterinnen werden. In einem israelischen Gefängnis besucht sie Frauen, die vor dem Anschlag festgenommen wurden oder in anderer Form beteiligt waren.

Die Filmemacherin schafft es auf Augenhöhe, ohne Vorwürfe mit ihnen zu sprechen und dem Zuschauer eröffnet sich der Blick auf etwas, was fast unerklärbar scheint. Die durchweg gut ausgebildeten arabischen Frauen, viele von ihnen Mütter von mehreren Kindern, legen die Gründe ihrer Taten vor der Kamera nicht wirklich offen und enttäuschen Zuschauer, die hier Reue erwarten. Aber nach und nach erschließt sich, dass es der Druck autoritärer muslimischer Familienverbände ist und die Flucht vor persönlichen Problemen ist, die viele junge Frauen zu Verzweiflungstaten treibt.

Antworten auf die Frage weshalb man deswegen sich selbst und zahllose Unschuldige in den Tod reißen will, gibt Film letztlich nicht - aber er stellt wichtige Fragen, die nachwirken. Und er zeigt, dass hinter dem gesichtslosen Bösen, das die Medien meist transportieren auch Menschen stehen.

Autor: Stefan Mannes

Shahida – Brides of Allah
Israel, 2008, 76 min
Regie: Natalie Assouline
Berlinale 2008