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The Bubble - von Eytan Fox
Geschrieben von: Stefan Mannes
Es hätte eine schöne Liebesgeschichte werden können, eine Parabel auf den israelisch-palästinensischen Konflikt – beleuchtet aus ungewöhnlicher Perspektive und mit dem Hauch von Hoffnung, den sich viele Israelis und Palästinenser wünschen.
Tel Aviv – die einzige Stadt Israels, die von Krieg und Terror weitgehend verschont ist, eine Blase der Sicherheit. Dort spielt sich das ganz normale Leben junger Israelis ab - zwischen Alltag, Liebe, Sex und Beziehungen. Das zufriedene WG Leben von Lulu, Noam und Yali erfährt jäh eine Wendung, als Noam, der gerade von einer Armeeübung zurückkommt eine Affäre mit dem Palästinenser Ashraf beginnt. Schon bald zieht Ashraf in die WG ein und gibt sich mangels Aufenthaltsgenehmigung als Israeli aus.
Fortab von seiner Heimatstadt Nablus erlebt er die heitere Normalität des Lebens in der „Bubble“ bei Theater und Friedensraves am Strand und offenen Diskussionen über den israelisch-palästinensischen Konflikt. Es entsteht eine romantisch beschwingte Liebesgeschichte, die zeigt, wie kulturelle und politische Abgründe überwunden werden können.
Doch dann scheint es als hätte Regisseur Eytan Fox Angst vor der Subtilität seines Filmes bekommen. Im letzten Drittel arbeitet er konsequent eine Reihe von höchst voraussehbaren Klischees ab. Ashraf muss zurück nach Nablus, wo seine Schwester einen Terroristen heiratet. Dieser sendet einen Selbstmordattentäter nach Tel Aviv, der ausgerechnet Yali mit seiner Bombe zum Querschnittsgelähmten macht. Kurz darauf wird Ashrafs Schwester von israelischen Soldaten unschuldig niedergeschossen. Ashram wird nun zum Selbstmordattentäter, der nach Tel Aviv zurückgekehrt und Noam mit sich in den Tod reist.
Dieses letzte Drittel ist zweifelsohne Teil der politischen Realität, aber seine gezwungen wirkende Abarbeitung nimmt dem Film jede Wirkung.
Sowohl Israelis als auch Palästinenser geben sich viel Mühe immer wieder zu betonen, dass sie eben nicht alle Terroristen, respektive brutale Besatzer sind, sondern ganz normale Menschen, die arbeiten, leben und lieben möchten. Es ist schade, dass Eytan Fox diesen wichtigen Punkt in seinem Fall nicht machen wollte.
Autor: Stefan Mannes
The Bubble
Regie: Eytan Fox
Israel, 2006.
