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News from Home/News From House von Amos Gitai
Geschrieben von: Stefan Mannes
Amos Gitai, der 1950 als Sohn russischer Einwanderer in Haifa geboren wurde, gilt als einer der Vorzeigefilmemacher des israelischen Kinos. In seinen bisher über 40 Filmen thematisiert er Aspekte jüdischer Geschichte und Gegenwart und bedient sich dazu einem weitgefächerten Genrespektrum aus Dokumentarfilmen, Doku-Fictions und Spielfilmen.
Mit seinem jüngsten Dokumentarfilm News From Home/News From House (2006) beschließt der israelische Filmemacher seine 1982 begonnene House-Trilogie. In dieser Trilogie erzählt er anhand eines Westjerusalemer Hauses die Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes. Er begibt sich nochmals auf die Spuren der Hausbewohner und reflektiert darüber hinaus analog dazu sein eigenes filmisches Werk.
Technisch ambitioniert stellt er auf 20 Monitoren Verbindungen zwischen Bildern der House-Trilogie aus 25 Jahren her.
Gitai besucht wie schon in den vorangegangenen beiden Teilen der Trilogie wieder die Familie Djani, die seit 700 Jahren in Jerusalem lebt und der einst das Haus gehörte. Daneben stellt er seinen Besuch bei der heutigen Bewohnerin des Hauses. Sie erzählt von der Toleranz, die den Juden in der Türkei entgegengebracht wurde und vom friedlichen Zusammenleben von Moslems und Juden und Christen. Sie findet es ungerecht, dass sie nun dieses Haus besitzt, das anderen gehörte. „Es ist die Geschichte“, sagt sie. Ich habe sie nicht gemacht, ich kann sie nicht rückgängig machen.
Amos Gitai lässt beide Seiten zu Wort kommen und urteilt nicht. Alle die er befragt wissen um das Ausmaß des Unglücks, das die Geschichte über alle Beteiligten gebracht hat. Die ruhige Steadycam gibt dem Film dabei eine Konstante, etwas beruhigendes, ehrliches.
Sublim ist der Schluss. Man sieht das Gesicht von Natalie Portman auf der Fahrt durch das Tal des Jordan. Gitai hatte mit ihr seinen letzten Spielfilm „Free Zone“ gedreht. Sie schweigt und zeigt nur einmal hinaus in die vorbeieilende Landschaft. Man weiß nicht, was sie da gesehen hat.
Regie: Amos Gitai
Länge: 97 Minuten
Produktion: Israel, Belgien, Frankreich 2006
