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8. Berlin Jewish Filmfestival
Geschrieben von: Gudrun Wilhelmy
Zum 8. Male ist das Kino Arsenal in Berlin der Aufführungsort des von Nicola Galliner organisierten Jewish Filmfestival. In diesem Jahr werden Filme zu den Themen „Women, Crime & Passion“ gezeigt, die allerdings um das Thema Musik hätten erweitert werden können, wie Moishe Waks in der Eröffnungsveranstaltung am 9. Juni meinte. Insgesamt werden bis zum 19. Juni mit fünf Deutschlandpremieren und einer Berlin-Premiere 17 aktuelle aus den Jahren 1989 bis 2001 Filme gezeigt
Mit Desperado Square, der seine Deutschlandpremiere hatte, wurde ein Film aus Israel aus dem Jahre 2000 gezeigt. Ein kleines Dorf in Israel, in dem sephardische Juden leben, ein geschlossenes Kino und ausgeprägte Dorfhierarchien werden gezeigt. Ein fremder kommt ins Dorf zurück, ein unbekannter Onkel, das Kino soll wieder eröffnet werden und der beliebteste indische Film „Sangam“ aus dem Jahre 1964 wird vorgeführt. Ein Film wird zur Geschichte in diesem Film und sein Inhalt ist Dorf-Realität. Ein leichter Film, nicht schlecht für eine Eröffnung.
Mit Polonaise und Quivive von Frans Weisz kommen zwei Filme aus Holland in das Kino, die auf einer Theatervorlage basieren. Die Geschichte handelt von Lea und Nico und Dory. Lea hat zwei Mütter, die holländische, bei der sie versteckt aufwuchs, und die wirkliche, die sie während der Shoa dort in Sicherheit wusste. Das Leben aller ist durchwebt von der Vergangenheit. Alle gehen damit anders um, und jeder findet für sich eine andere Antwort auf die Fragen, die sich daraus ergeben oder bleiben unbeantwortet: Ist es richtig, ein Kind wegzugeben, wäre es richtig gewesen, das Kind bei sich zu behalten? Das ist keine jüdische Frage, das ist eine allgemein menschliche.
Mit den Filmen Isa Kremer: The peoples Diva, Jazzman from the Gulag, The Travellers, This Land is your Land, Keep on Walking und Kinky Friedman sind die Filme genannt, in denen bekannte jüdische Musiker und Sänger portraitiert werden und die einen Blick in die 60er und 70er Jahre frei geben. Joshua Nelson, ist die Hauptfigur in „Keep on Walking“ und er wird – und das ist erstmalig für das Filmfestival, dieses im einem Live-Konzert in der Neuen Synagoge am 20. Juni um 19 Uhr abschließen. Es ist zugleich sein erster Auftritt in Deutschland.
Zwei besonders interessante Filme setzen sich mit der politischen Lage in Israel auseinander: Two States of Mind zeichnet die gemeinsame Teilnahme einer Palästinenserin und einer Israelin in einer Jeep-Ralley nach „Wenn eine von uns stecken bleibt, tut es die andere auch“. Esther Schapira hat in ihrem bereits vielbeachteten Film „Drei Kugeln und ein totes Kind“ eine schwierige Recherche zu den Bildern gemacht, die um die Welt gingen: Ein Kind wird vor laufender Kamera von Kugeln tödlich getroffen. Die Öffentlichkeit reagiert schnell und sucht die Schuld bei den israelischen Streitkräften. Schapiras Recherche kommt zu anderen Schlüssen.
Das gesamte Programm findet man auf der Homepage des Arsenals: www.fdk.de. Die Filme beginnen in der Regel um 19 und um 21:30 Uhr und werden nur ein einziges Mal gezeigt. Telefon: 269 55 100. Kino Arsenal, Potsdamer Straße im Filmhaus am Potsdamer Platz: Bus 200 hält fast vor der Haustür, oder die U-2 bis Potsdamer Platz.
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