NS-Völkermord

Was umfasst den NS-Völkermord? Wer gab den Befehl dazu? Zwar ist jedem in Deutschland, insbesondere der Holocaust ein Begriff, die systematische Vernichtung der europäischen Juden in der NS-Zeit. Jedoch wurden unter Herrschaft des Nationalsozialismus auch Hunderttausende Roma und Sinti als "Zigeuner" verfolgt, deportiert und ermordet. Dieser NS-Massenmord wird als Porajmos bezeichnet.

Die Kenntnisse über den Holocaust und Porajmos sind bei vielen aber gering. Auch wenn diese ungeheuerliche Verbrechen, dieser Zivilisationsbruch, uns heute unvorstellbar erscheint, er ist geschehen, und Wissen ist die wichtigste Waffe, mit der man Rechtsextremismus und die Leugnung des NS-Völkermordes bekämpfen kann. Man sollte nicht vergessen, dass das Nichtwissen wollen die nationalsozialistischen Verbrechen erst ermöglicht hat. Aber das Wissen über den NS-Völkermord lehrt uns auch etwas anderes: Der NS-Massenmord wurde nämlich nicht an einem Tag beschlossen, etwa auf der Wannsee-Konferenz mit der sogenannten "Endlösung der Judenfrage". Und es war nicht so, dass Adolf Hitler einen Befehl erteilte, den seine Schergen ohne nachzudenken ausführten. Der NS-Völkermord an den europäischen Juden sowie an Sinti und Roma entwickelte sich aus einem Prozess der Diskriminierung, der Ausgrenzung, der Verfolgung und schließlich der Deportation und Ermordung einer Minderheit. Sich das vor Augen zu führen, tut in Deutschland und anderswo auch heute Not - denn Ressentiments gegen Minderheiten, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gibt es noch immer, und es gilt, sie zu bekämpfen.

Zwischen 1939-1945 wurden in Europa mehr als sechs Millionen Menschen ermordet, die von dem deutschen nationalsozialistischen Regime für einer jüdischen "Rasse" angehörig gehalten wurden. Hier hat sich der Begriff "Holocaust" als Bezeichnung für dieses Ereignis in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt - auch in Deutschland. Eine Alternative zu dem Begriff "Holocaust" ist die hebräische Bezeichnung "Shoa" (auch "Shoah" geschrieben). Letztere ist in ihrem Bezug auf die Vernichtung der Juden Europas eindeutig. Sie findet im Deutschen aber nur die Entsprechung "Katastrophe" oder ähnliches, verliert also ihre Spezifität in der Übersetzung. Außerdem ist es fragwürdig, im Land der Täter einen Begriff zu verwenden, der von Opfern geprägt worden ist und ihre Perspektive reflektiert.

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges fielen nach groben Schätzungen bis zu 500.000 Sinti und Roma dem NS- Völkermord zum Opfer. Eine genaue Zahl ist nicht bekannt. Lange Zeit wurden diese ungeheuerlichen Verbrechen verschwiegen, Sinti und Roma nicht als "aus rassistischen Gründen Verfolgte" eingestuft. Erst nach Jahrzehnten der Verdrängung anerkannte am 17. März 1982 erstmals offiziell eine deutsche Bundesregierung den NS-Völkermord an den Sinti und Roma.

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