Aktuelle Literatur: »Ich schrieb mich selbst auf Schindlers Liste« Die Geschichte von Hilde und Rose Berger

Geschrieben von: der Redaktion

Hilde und Rose Berger wurden in der Zeit des Ersten Weltkriegs als Kinder eingewanderter jüdischer Eltern in Berlin geboren. Beide entwickelten schon früh politisches Bewusstsein und engagierten sich in jüdischen Jugendgruppen, später in der kommunistischen und schließlich in der trotzkistischen Bewegung. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs musste die Familie Deutschland verlassen. Während Rose nach Frankreich fliehen konnte, gehörte Hilde zu den Juden, die im ukrainischen Boryslaw unter dem Schutz von Berthold Beitz standen. Nach dessen Einzug in den Kriegsdienst wurde Hilde in das KZ Plaszow deportiert. Dort hatte sie als Schreibkraft die Aufgabe, Oskar Schindlers später berühmt gewordene Liste zu tippen – ein Zufall, der ihr das Leben rettete. Anhand von Interviews und Erzählungen wird in diesem Band die ungewöhnliche Geschichte zweier Holocaust-Überlebender dargestellt. Zahlreiche Dokumente und Bilder veranschaulichen die Überlebensgeschichten der Schwestern und geben einen Einblick in ihr Leben nach dem Krieg.

Reinhard Hesse (Hg.): Haland & Wirth Verlag: Psychosozial-Verlag 223 Seiten, Broschur, 148 x 210 mm Erschienen im Juli 2013 ISBN-13: 978-3-8379-2273-8

 

Claude Lanzmann präsentiert Le dernier des injustes auf der Berlinale 2014

Geschrieben von: der Redaktion

In Würdigung der fortwährenden Produktivität des großen Künstlers und der intensiven Erinnerungsarbeit des Intellektuellen zeigen die Berlinale und die Deutsche Kinemathek in Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. Claude Lanzmanns jüngsten Film Der letzte der Ungerechten (Le dernier des injustes, Frankreich/Österreich 2013, OF m. engl. Untertiteln) am 24. November um 14 Uhr im Kino Arsenal. Claude Lanzmann wird die deutsche Erstaufführung seines Films persönlich in Berlin vorstellen.

Claude Lanzmann, 1925 als Sohn jüdischer Eltern in Paris geboren, kämpfte in der Résistance, studierte in Frankreich und Deutschland Philosophie und hatte 1948/49 eine Dozentur an der neugegründeten Freien Universität Berlin inne. Er war einer der aktiven Unterstützer der algerischen Unabhängigkeitsbewegung Anfang der 60er Jahre. Seine Auseinandersetzung mit der Shoah, dem Antisemitismus und den politischen Freiheitskämpfen durchziehen sein filmisches wie journalistisches Schaffen. Lanzmanns Shoah (1985) ist als epochales Meisterwerk der Erinnerungskultur in die Filmgeschichte eingegangen.

   

"Der Farbfilm marschiert!" Frühe Farbfilmverfahren und NS-Propaganda 1933–1945

Geschrieben von: der Redaktion

Buchvorstellung und Filmprogramm am 17. Oktober, 20 Uhr

Die politisch-propagandistische Dimension der Farbe im nationalsozialistischen Film hat der Filmhistoriker Dirk Alt in seiner jüngst im belleville Verlag erschienenen Studie „Der Farbfilm marschiert!“ Frühe Farbfilmverfahren und NS-Propaganda 1933–1945 untersucht. Am 17. Oktober wird Dirk Alt sein Buch im Zeughauskino vorstellen und eine Auswahl bedeutender Kurzfilme präsentieren.

Die Goldene Stadt, Münchhausen und Große Freiheit Nr. 7 – mit solchen wirklichkeitsentrückten Melodramen und Kostümfilmen hat sich der frühe deutsche Farbfilm ins kollektive Bewusstsein eingeschrieben, doch wie Dirk Alt in seiner Studie zeigt, reichte die politisch-propagandistische Dimension der Farbe weit darüber hinaus. Für die staatlich gesteuerte Filmindustrie war der Farbfilm zunächst technisches, dann ideologisches Kampfgebiet: Auf dem Weltmarkt sollten deutsche Farbfilmverfahren denen der Briten und Amerikaner den Rang streitig machen – die Farbe wurde zur Prestigefrage der deutschen Filmindustrie, wenn sie sich gegen Hollywood behaupten wollte. Daneben bedienten sich Staatsführung und Wehrmacht des Farbfilms, um ihr Wirken für die Nachwelt zu dokumentieren: als geheimes Archivmaterial, das 1945 bis auf wenige Splitter vernichtet wurde oder als Kriegsbeute verschwand.

Im Rahmen der Buchvorstellung präsentiert Dirk Alt eine Auswahl bedeutender Kurzfilme, darunter Das deutsche Erntedankfest 1934 auf dem Bückeberg, Reichsparteitag 1936, Tobis-Karikatur Nr. 1, Musterbetrieb AG, Die muselmanische Legion "Harun al Raschid" und Künstler bei der Arbeit.

Weitere Informationen zum Programm finden sie auf der Internetseite des DHM, Informationen zum Buch auf der Seite des belleville Verlags.

   

Arbeitsministerium lässt NS-Geschichte aufarbeiten

Geschrieben von: der Redaktion

Bei der Aufarbeitung der eigenen Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus sind andere Bundesministerien bereits mit gutem Beispiel voran geschritten. Jetzt folgt auch das Ministerium für Arbeit und Soziales: Gestern (10. April 2013) hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dafür die Mitglieder einer unabhängigen Historikerkommission berufen. Bis Ende 2016 soll das Forschungsprojekt abgeschlossen sein.

Als erster öffentlicher Meilenstein des Forschungsprojektes soll am 25. Juni 2013 ein Symposium in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zum Thema statt finden. Die Forschungsarbeiten insgesamt sollen bis Ende 2016 abgeschlossen und anschließend veröffentlicht werden.

Quelle und weitere Infos auf http://geschichtspuls.de

   

Die Quellen sprechen - eine Eine dokumentarische Höredition

Geschrieben von: der Redaktion

Von den antisemitischen Aktionen in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtergreifung zum Holocaust, der sich über ganz Europa erstreckt: Schauspieler und Zeitzeugen lesen hunderte von ausgewählten Dokumenten – verfasst von Tätern, Opfern und Beobachtern. Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen, Befehle, Tagebuchaufzeichnungen und Privatbriefe. Historiker erläutern die politischen Hintergründe und diskutieren Forschungsfragen. Zeitzeugen erzählen, was ihnen widerfuhr und wie sie überleben konnten.

>> www.die-quellen-sprechen.de

   

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