"Der Farbfilm marschiert!" Frühe Farbfilmverfahren und NS-Propaganda 1933–1945

Geschrieben von: der Redaktion

Buchvorstellung und Filmprogramm am 17. Oktober, 20 Uhr

Die politisch-propagandistische Dimension der Farbe im nationalsozialistischen Film hat der Filmhistoriker Dirk Alt in seiner jüngst im belleville Verlag erschienenen Studie „Der Farbfilm marschiert!“ Frühe Farbfilmverfahren und NS-Propaganda 1933–1945 untersucht. Am 17. Oktober wird Dirk Alt sein Buch im Zeughauskino vorstellen und eine Auswahl bedeutender Kurzfilme präsentieren.

Die Goldene Stadt, Münchhausen und Große Freiheit Nr. 7 – mit solchen wirklichkeitsentrückten Melodramen und Kostümfilmen hat sich der frühe deutsche Farbfilm ins kollektive Bewusstsein eingeschrieben, doch wie Dirk Alt in seiner Studie zeigt, reichte die politisch-propagandistische Dimension der Farbe weit darüber hinaus. Für die staatlich gesteuerte Filmindustrie war der Farbfilm zunächst technisches, dann ideologisches Kampfgebiet: Auf dem Weltmarkt sollten deutsche Farbfilmverfahren denen der Briten und Amerikaner den Rang streitig machen – die Farbe wurde zur Prestigefrage der deutschen Filmindustrie, wenn sie sich gegen Hollywood behaupten wollte. Daneben bedienten sich Staatsführung und Wehrmacht des Farbfilms, um ihr Wirken für die Nachwelt zu dokumentieren: als geheimes Archivmaterial, das 1945 bis auf wenige Splitter vernichtet wurde oder als Kriegsbeute verschwand.

Im Rahmen der Buchvorstellung präsentiert Dirk Alt eine Auswahl bedeutender Kurzfilme, darunter Das deutsche Erntedankfest 1934 auf dem Bückeberg, Reichsparteitag 1936, Tobis-Karikatur Nr. 1, Musterbetrieb AG, Die muselmanische Legion "Harun al Raschid" und Künstler bei der Arbeit.

Weitere Informationen zum Programm finden sie auf der Internetseite des DHM, Informationen zum Buch auf der Seite des belleville Verlags.

 

Arbeitsministerium lässt NS-Geschichte aufarbeiten

Geschrieben von: der Redaktion

Bei der Aufarbeitung der eigenen Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus sind andere Bundesministerien bereits mit gutem Beispiel voran geschritten. Jetzt folgt auch das Ministerium für Arbeit und Soziales: Gestern (10. April 2013) hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dafür die Mitglieder einer unabhängigen Historikerkommission berufen. Bis Ende 2016 soll das Forschungsprojekt abgeschlossen sein.

Als erster öffentlicher Meilenstein des Forschungsprojektes soll am 25. Juni 2013 ein Symposium in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zum Thema statt finden. Die Forschungsarbeiten insgesamt sollen bis Ende 2016 abgeschlossen und anschließend veröffentlicht werden.

Quelle und weitere Infos auf http://geschichtspuls.de

   

Die Quellen sprechen - eine Eine dokumentarische Höredition

Geschrieben von: der Redaktion

Von den antisemitischen Aktionen in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtergreifung zum Holocaust, der sich über ganz Europa erstreckt: Schauspieler und Zeitzeugen lesen hunderte von ausgewählten Dokumenten – verfasst von Tätern, Opfern und Beobachtern. Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen, Befehle, Tagebuchaufzeichnungen und Privatbriefe. Historiker erläutern die politischen Hintergründe und diskutieren Forschungsfragen. Zeitzeugen erzählen, was ihnen widerfuhr und wie sie überleben konnten.

>> www.die-quellen-sprechen.de

   

Manfred Bockelmann: Zeichnen gegen das Vergessen

Geschrieben von: Marie Sophie Hanika

Wien. Vom 17. Mai bis 2. September 2013 präsentiert das Leopoldmuseum die Sonderausstellung "Zeichnen gegen das Vergessen". Der Künstler Manfred Bockelmann zeigt großformatige Porträts von Kindern und Jugendlichen, die zu Opfern des Nationalsozialismus wurden. Mit den durchwegs Kohlezeichnungen möchte er ein "Zeichen gegen das Vergessen" setzen. Basis der Porträts bieten erkennungsdienstliche Fotografien der damaligen Behörden Gestapo, SS und der Ärzteschaft. So sieht man Kinder und Jugendliche mit breit gestreiften Häftlingsanzügen und kahlgeschorenen Köpfen nach der Deportation in die Spitäler und Lager. Dagegen aber auch die beste Sonntags- Kleidung: unsicher meldeten sie sich zu dem aufgerufenem Fototermin der Behörden - nichtsahnend was ihnen noch bevorsteht. Manfred Bockelmann: "Ich zeige keine Märtyrer, keine Leichenberge und keine geschundenen Kreaturen, deren Gesichter von Hunger, Krankheit und Erschöpfung gekennzeichnet sind, die ihrer Individualität beraubt wurden. Ich zeige Individuen, denen das Martyrium noch bevorsteht". So werden aus Namen und Nummern wieder Gesichter - und die Anonymität der Statistik so ein Stück weit aufgehoben. Die Porträtierten sind zwischen zwei und sechzehn Jahren alt und wurden am Wiener Spiegelgrund und in den Konzentrationslagern Auschwitz- Birkenau, Hartheim und Theresienstadt sowie anderen Orten zu Opfern des Nazi-Terrors.

Öffnungszeiten: 17. Mai - 2. September 2013 im Leopoldmuseum, Wien Täglich (außer Di) 10 - 18 Uhr, Do 10 - 21 Uhr
Eintritt: Ermäßigt 7 € / Gruppenticket ab 10 Personen 7,50 € pro Person
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.leopoldmuseum.org

   

Internationale Filmfestspiele Berlin 2013

Geschrieben von: der Redaktion

Berlinale 2013Das öffentliche Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigt jedes Jahr ca. 400 Filme, überwiegend Welt- oder Europapremieren. Filme aller Genres, Längen und Formate finden in den verschiedenen Sektionen ihren Platz.

Traditionell positioniert sich das Festival als politischer Impulsgeber, der es deutlich und positiv von vergleichbaren Festspielen abgrenzt. Im Folgenden unsere wichtigsten Empfehlungen.

>> Filmreihe "Hommage Claude Lanzmann", der den goldenen Ehrenbären der Berlinale 2013 erhält.

>> Inch'Allah
>> Rock the Casbah
>> State 194
>> Lamma shoftak
>> Art/Violence

>> Filmübersicht mit Kurzbeschreibungen.

>> Berlinale Website

   

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