Berliner Themenjahr - Zerstörte Vielfalt

Geschrieben von: der Redaktion

Berlin steht heute weltweit für Modernität, Vielfalt und Toleranz. Wie sensibel und schützenswert diese demokratischen Werte und Leistungen sind, soll das Berliner Themenjahr 2013 mit dem Titel „Zerstörte Vielfalt“ vermitteln. Das Themenjahr wird sich mit der von den Nationalsozialisten nach 1933 zerstörten gesellschaftlichen Vielfalt Berlins auseinandersetzen. Der 80. Jahrestag der Machtübergabe an die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 und der 75. Jahrestag der Novemberpogrome 1938, für die symbolisch der 9. November 1938 steht, sind der Anlass für ein Jahr des Gedenkens, der aktiven Auseinandersetzung, der Erinnerung und Mahnung.

>> www.berlin.de/2013/

 

Literatur: Der letzte Juden-älteste von Bergen-Belsen

Geschrieben von: der Redaktion

Der letzte Judenälteste von Bergen-BelsenIn der Befehlskette des deutschen NS-Terrors war ein »Judenältester« ein Funktionshäftling, der als exponierte Persönlichkeit einerseits williger Befehlsempfänger, aber andererseits auch Repräsentant eines »Judenrates« und Helfer der unzähligen, für den Holocaust vorgesehenen jüdischen Opfer sein sollte. Aus dieser Problematik heraus entstand ein Balanceakt, der nie ganz frei vom Vorwurf der Kollaboration und Korruption war. Insofern ist die vorliegende Dokumentation nicht nur eine Biografie über den aus Deutschland stammenden Josef Weiss, sondern auch der exemplarische Beginn einer bisher in Deutschland kaum angelaufenen Forschung. Die Reputation der »Judenältesten« ist bis heute durch viele Vorwürfe schwer belastet. Der Name Bergen-Belsen wurde zu einem Synonym für Terror, Gräuel und verhungerte Menschen im NS-Konzentrationslagersystem. Dass in einem solchen Inferno ein Jude aus der Voreifel zum Vorbild und zur Hoffnung vieler gequälter Menschen werden konnte und als »letzter Judenältester« schließlich zur charismatischen Persönlichkeit wurde, widerspricht der grundsätzlichen Diskriminierung aller Funktionshäftlinge. Das vorgelegte Material ergibt aber dennoch einen eindringlichen Überblick über die eigentlich unbeschreibbaren Verbrechen im Konzentrationslager Bergen-Belsen (1944/45). Somit ist das als Biografie konzipierte Buch ein wichtiger Beitrag zur Diskussion um die angeblich »willigen Helfer« des NS-Terrors und ein weiterer Nachweis über die Vernichtungsmaßnahmen in Bergen-Belsen. Dass es aber auch viele »unbesungene Helden« gab, die keinen Platz in der Historie fanden, hebt der Autor immer wieder anhand von bisher unbekannten Beispielen hervor. Ganz besonders will Hans-Dieter Arntz einen Einblick in das »Sternlager« geben, in dem hauptsächlich die von Westerbork (Holland) nach Bergen-Belsen deportierten niederländischen und deutschen Juden untergebracht waren.

Arntz, Hans-Dieter: Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen. Josef Weiss - würdig in einer unwürdigen Umgebung. 710 Seiten, mit zahlreichen Fotos und Dokumenten.

Bestellmöglichkeit beim Verlag unter: www.helios-verlag.com

.

   

Filmankündigung "Hannah Arendt"

Geschrieben von: der Redaktion

Am 10.1.2013 läuft "Hannah Arendt: Ihr Denken veränderte die Welt" (Regie: Margarethe von Trotta, mit Barbara Sukowa als Hannah Arendt) in deutschen Kinos an. Der Film behandelt Hannah Arendts Berichterstattung vom Prozess um SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann 1961, im Rahmen derer sie den Begriff von der "Banalität des Bösen" prägte.

 

Offzielle Homepage, inkl. Trailer: www.hannaharendt-derfilm.de.

Auf der Homepage findet sich auch eine PDF-Broschüre mit Unterrichtsmaterialien für LehrerInnen.

.

   

Rezensionen im Fokus

Geschrieben von: der Redaktion

>> Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife – von Elisabeth Zöller

>> Die Lebensgeschichte der Sophie Scholl – von Maren Gottschalk

>> Ein Flüstern in der Nacht – von Moya Simons

>> Vaters Befehl oder Ein deutsches Mädel – von Elisabeth Zöller

>> Verlorenen Illusionen - von Hermand Jost

>> Handbuch der völkischen Wissenschaften - von Ingo Haar und Michael Fahlbusch

>> Der Weg in den Abgrund - von Konrad Canis

>> Edelweißpiraten - von Dirk Reinhardt

   

NS-Verfilmungen: Genug der niedlichen Nazi-Monster

Geschrieben von: der Redaktion

Der Rommel-Tag im TV in der ARD hat es gezeigt. Ob Wüchstenfuchs, Speer, Goebbels oder Hitler – ob Doku oder Fiktion: Die Massenmörder aus der NS-Zeit kommen in vielen Verfilmungen zu sympathisch rüber. Ist es nicht langsam genug? Mächtige Männer in Uniform, die sich über Karten beugen, mit der Last von Krieg und Millionen Toten auf den Schultern, muss man die immer wieder zur Primetime im Fernsehen sehen? Große Lagebesprechung, das macht Quote, verspricht es doch die Teilhabe am innersten Zirkel der Macht. Männer-Filme, Helden-Filme, Chef-Filme sind das – Gruselfaktor eingeschlossen.

>> Weiter bei der ZEIT

   

Seite 3 von 7