Die Quellen sprechen - eine Eine dokumentarische Höredition

Geschrieben von: der Redaktion

Von den antisemitischen Aktionen in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtergreifung zum Holocaust, der sich über ganz Europa erstreckt: Schauspieler und Zeitzeugen lesen hunderte von ausgewählten Dokumenten – verfasst von Tätern, Opfern und Beobachtern. Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen, Befehle, Tagebuchaufzeichnungen und Privatbriefe. Historiker erläutern die politischen Hintergründe und diskutieren Forschungsfragen. Zeitzeugen erzählen, was ihnen widerfuhr und wie sie überleben konnten.

>> www.die-quellen-sprechen.de

 

Manfred Bockelmann: Zeichnen gegen das Vergessen

Geschrieben von: Marie Sophie Hanika

Wien. Vom 17. Mai bis 2. September 2013 präsentiert das Leopoldmuseum die Sonderausstellung "Zeichnen gegen das Vergessen". Der Künstler Manfred Bockelmann zeigt großformatige Porträts von Kindern und Jugendlichen, die zu Opfern des Nationalsozialismus wurden. Mit den durchwegs Kohlezeichnungen möchte er ein "Zeichen gegen das Vergessen" setzen. Basis der Porträts bieten erkennungsdienstliche Fotografien der damaligen Behörden Gestapo, SS und der Ärzteschaft. So sieht man Kinder und Jugendliche mit breit gestreiften Häftlingsanzügen und kahlgeschorenen Köpfen nach der Deportation in die Spitäler und Lager. Dagegen aber auch die beste Sonntags- Kleidung: unsicher meldeten sie sich zu dem aufgerufenem Fototermin der Behörden - nichtsahnend was ihnen noch bevorsteht. Manfred Bockelmann: "Ich zeige keine Märtyrer, keine Leichenberge und keine geschundenen Kreaturen, deren Gesichter von Hunger, Krankheit und Erschöpfung gekennzeichnet sind, die ihrer Individualität beraubt wurden. Ich zeige Individuen, denen das Martyrium noch bevorsteht". So werden aus Namen und Nummern wieder Gesichter - und die Anonymität der Statistik so ein Stück weit aufgehoben. Die Porträtierten sind zwischen zwei und sechzehn Jahren alt und wurden am Wiener Spiegelgrund und in den Konzentrationslagern Auschwitz- Birkenau, Hartheim und Theresienstadt sowie anderen Orten zu Opfern des Nazi-Terrors.

Öffnungszeiten: 17. Mai - 2. September 2013 im Leopoldmuseum, Wien Täglich (außer Di) 10 - 18 Uhr, Do 10 - 21 Uhr
Eintritt: Ermäßigt 7 € / Gruppenticket ab 10 Personen 7,50 € pro Person
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.leopoldmuseum.org

   

Internationale Filmfestspiele Berlin 2013

Geschrieben von: der Redaktion

Berlinale 2013Das öffentliche Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigt jedes Jahr ca. 400 Filme, überwiegend Welt- oder Europapremieren. Filme aller Genres, Längen und Formate finden in den verschiedenen Sektionen ihren Platz.

Traditionell positioniert sich das Festival als politischer Impulsgeber, der es deutlich und positiv von vergleichbaren Festspielen abgrenzt. Im Folgenden unsere wichtigsten Empfehlungen.

>> Filmreihe "Hommage Claude Lanzmann", der den goldenen Ehrenbären der Berlinale 2013 erhält.

>> Inch'Allah
>> Rock the Casbah
>> State 194
>> Lamma shoftak
>> Art/Violence

>> Filmübersicht mit Kurzbeschreibungen.

>> Berlinale Website

   

Berliner Themenjahr - Zerstörte Vielfalt

Geschrieben von: der Redaktion

Berlin steht heute weltweit für Modernität, Vielfalt und Toleranz. Wie sensibel und schützenswert diese demokratischen Werte und Leistungen sind, soll das Berliner Themenjahr 2013 mit dem Titel „Zerstörte Vielfalt“ vermitteln. Das Themenjahr wird sich mit der von den Nationalsozialisten nach 1933 zerstörten gesellschaftlichen Vielfalt Berlins auseinandersetzen. Der 80. Jahrestag der Machtübergabe an die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 und der 75. Jahrestag der Novemberpogrome 1938, für die symbolisch der 9. November 1938 steht, sind der Anlass für ein Jahr des Gedenkens, der aktiven Auseinandersetzung, der Erinnerung und Mahnung.

>> www.berlin.de/2013/

   

Literatur: Der letzte Juden-älteste von Bergen-Belsen

Geschrieben von: der Redaktion

Der letzte Judenälteste von Bergen-BelsenIn der Befehlskette des deutschen NS-Terrors war ein »Judenältester« ein Funktionshäftling, der als exponierte Persönlichkeit einerseits williger Befehlsempfänger, aber andererseits auch Repräsentant eines »Judenrates« und Helfer der unzähligen, für den Holocaust vorgesehenen jüdischen Opfer sein sollte. Aus dieser Problematik heraus entstand ein Balanceakt, der nie ganz frei vom Vorwurf der Kollaboration und Korruption war. Insofern ist die vorliegende Dokumentation nicht nur eine Biografie über den aus Deutschland stammenden Josef Weiss, sondern auch der exemplarische Beginn einer bisher in Deutschland kaum angelaufenen Forschung. Die Reputation der »Judenältesten« ist bis heute durch viele Vorwürfe schwer belastet. Der Name Bergen-Belsen wurde zu einem Synonym für Terror, Gräuel und verhungerte Menschen im NS-Konzentrationslagersystem. Dass in einem solchen Inferno ein Jude aus der Voreifel zum Vorbild und zur Hoffnung vieler gequälter Menschen werden konnte und als »letzter Judenältester« schließlich zur charismatischen Persönlichkeit wurde, widerspricht der grundsätzlichen Diskriminierung aller Funktionshäftlinge. Das vorgelegte Material ergibt aber dennoch einen eindringlichen Überblick über die eigentlich unbeschreibbaren Verbrechen im Konzentrationslager Bergen-Belsen (1944/45). Somit ist das als Biografie konzipierte Buch ein wichtiger Beitrag zur Diskussion um die angeblich »willigen Helfer« des NS-Terrors und ein weiterer Nachweis über die Vernichtungsmaßnahmen in Bergen-Belsen. Dass es aber auch viele »unbesungene Helden« gab, die keinen Platz in der Historie fanden, hebt der Autor immer wieder anhand von bisher unbekannten Beispielen hervor. Ganz besonders will Hans-Dieter Arntz einen Einblick in das »Sternlager« geben, in dem hauptsächlich die von Westerbork (Holland) nach Bergen-Belsen deportierten niederländischen und deutschen Juden untergebracht waren.

Arntz, Hans-Dieter: Der letzte Judenälteste von Bergen-Belsen. Josef Weiss - würdig in einer unwürdigen Umgebung. 710 Seiten, mit zahlreichen Fotos und Dokumenten.

Bestellmöglichkeit beim Verlag unter: www.helios-verlag.com

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